Geistlicher Impuls
Liebe Glieder und Freunde der Christuskirchengemeinde Wiesbaden,
kaum sind die Sommerferien vorbei hat uns der Alltag wieder fest im Griff. Und die Wochen nach den Sommerferien sind tatsächlich in der Regel besonders stressig. Es gibt Verabredungen, die nötig sind. Vieles, was in den Ferien liegengeblieben ist, muss nun nachgeholt werden. Gehäuft werden Events und Termine für den Spätsommer und Herbst geplant. Und der Blick geht bereits sogar Richtung Weihnachten (in der Woche, in der ich diese Andacht schreibe, hat mich just die erste Werbung für Adventsandachten erreicht).
Auch in unserer Gemeinde ist in dieser Zeit viel los. Die Baumaßnahmen am Martin-Luther-Haus haben begonnen, es gibt einen Hausmeisterwechsel, diverse Veranstaltungen sind geplant, u. a. unsere jährliche Gemeindefahrt, die Jungbläserfreizeit steht vor der Tür.
Auf dem Bild ist der Monatsspruch für den September aus dem Buch des Predigers (Kohelet) zu sehen: „Besser eine Hand voll mit Ruhe als beide Fäuste voll mit Mühe und Haschen nach Wind.“ (Prediger 4,6 Lutherbibel)
Dieser Monatsspruch kann uns einmal daran erinnern, dass so vieles von dem, womit wir uns in unserem Alltag beschäftigen oder womit wir beschäftigt werden, dem wir nachlaufen, sich auf Dauer nicht festhalten lässt. Ja, wir rennen umher und machen uns vielleicht eine Menge Mühe um Dinge und die Menschen um uns herum auch, doch vieles davon ist wie Wind, es ist heute da, morgen aber wieder weg; es ist wie ein Greifen nach Dingen, die wir nicht festhalten können, die keine bleibenden Früchte hervorbringen.
Hier hält uns der Monatsspruch vor Augen: Weniger ist manchmal mehr. Vieles von dem, was wir nachjagen, hat keinen bleibenden Wert, sondern vergeht. Hier dürfen wir immer wieder lernen, dass wir – statt Dingen nachzujagen, die uns vermeintlich irgendwann glücklich machen werden – uns häufiger darin üben, zufrieden und genügsam zu sein mit dem, was Gott uns bereits jetzt geschenkt hat und was Gott uns täglich weiter zukommen lässt; dass wir uns weniger mit anderen Menschen vergleichen und uns vielmehr freuen an dem, wie Gott uns gemacht hat.
Es bleibt für uns Menschen wohl eine lebenslange Aufgabe, den Mittelweg zu finden zwischen einem „zu viel“ und einem „zu wenig“. Der Prediger Salomo kann uns helfen, ganz bewusst diese Aufgabe immer wieder anzugehen.
Der Monatsspruch für den September führt uns aber auch vor Augen, dass wir immer wieder Wesentliches von Unwesentlichem unterscheiden. Vieles, mit dem wir uns im Alltag beschäftigen, ist vergebliche Mühe und Haschen nach Wind. Einer aber ist und bleibt ewig: Das ist Gott.
Gottes Sohn, Jesus Christus, spricht: „Kommt her zu mir … ich will euch Ruhe schenken.“ (Matthäus 11,28 BasisBibel). Jesus Christus schenkt ein ewiges Gut, eine bleibende Frucht, einen Schatz, der nicht wieder vergeht, der nicht vom Wind verweht. Er schenkt uns die Vergebung unserer Sünden, das ist die Versöhnung mit Gott, das ist das wahre Leben, das kein Ende kennt.
Lassen Sie sich durch den Monatsspruch für den September neu einladen zu dem, was Jesus Christus schenkt. Lassen Sie sich neu einladen auch zum Gottesdienst, wo Jesus seiner Gemeinde Woche für Woche sein Leben zufließen lässt. Der sonntägliche Gottesdienst ist nicht ein zusätzliches „mehr“ für unseren sowieso schon stressigen Alltag, sondern ein Ruhepol für Leib und Seele – um zumindest für 1 - 2 Stunden aus der Hektik unseres (letztlich vergänglichen) Alltags auszusteigen, für eine kleine Zeit eine gänzlich andere Perspektive auf unser Leben und die Dinge unseres Alltags zu bekommen und uns an ewigen Gütern zu stärken.
Ihr und euer
Pastor Michael Ahlers
