Geistlicher Impuls
Schuld, Krankheit, Flut und Beben –
er, den ihr lieben dürft,
trug euer Kreuz ins Leben.
Läg er noch immer, wo die Frauen ihn nicht fanden,
so kämpften wir umsonst.
Doch nun ist er erstanden!
Liebe Glieder und Freunde der Christuskirchengemeinde Wiesbaden,
auf dem Bild ist ein blühender Mandelzweig zu sehen. Wenn Sie diese Zeilen lesen, werden Sie – ziemlich sicher – schon blühende Exemplare in der Natur entdeckt haben, denn Mandelbäume blühen oft schon im Februar.
Der Mandelzweig ist nicht nur in unseren Breitengraden ein starkes Symbol für den Frühling und damit für den Neuanfang. Der Mandelbaum war in Israel der erste Baum, der nach dem Winter ausschlug. Dass man mitten im Winter deshalb die Augen in Erwartung des Frühlings hoffnungsvoll auf den Mandelzweig gerichtet hat, drückt sich in einem hebräischen Wortspiel aus. Die Worte für „Mandelzweig“ und „wachen“ klingen auf Hebräisch fast gleich.
So weist Gott an einer Stelle den Propheten Jeremia auf einen Mandelzweig und spricht zu ihm: „Was siehst du, Jeremia?“ Dieser antwortete: „Ich sehe einen Mandelzweig.“ Da sprach Gott zu ihm: „Du hast richtig gesehen. Denn ich selbst wache über mein Wort, sodass geschehen wird, was ich dir sage.“ (Jeremia 1, 1-12 – BasisBibel)
Hier ist der Mandelzweig ein Fingerzeig und Zeichen dafür, dass – so sicher wie die Natur nach dem Winter neu erwacht – Gott über sein Wort wacht, dass es sich auf jeden Fall erfüllt; dass sich ereignet, was ER Seinem Propheten zusagt.
Mit der Jahreslosung 2026 haben wir ein wunderbares Verheißungswort von Gott an uns. Gott spricht: „Siehe, ich mache alles Neu!“ (Offenbarung 21, 5 – Lutherbibel). Gerade angesichts des aktuellen Weltgeschehens und der Ereignisse unserer Zeit stellen sich jedoch schnell bei uns auch Zweifel an diesem Wort ein. Oft können wir nur wenig Neues ausmachen und leiden viel eher darunter, dass so vieles in unserer Welt und in unser aller Leben scheinbar doch nur „beim Alten“ bleibt. Ja, es kann ganz schön frustrieren und enttäuschen, bei uns Menschen so wenig Neues und stattdessen immer wieder alte Muster und wiederkehrende Fehler und Schwächen auszumachen.
Doch das Neue ist im Kommen. Gott erfüllt Seine Verheißungen. Auch seine Verheißung, dass er tatsächlich alles neu machen wird; alles, was an der ersten Schöpfung durch die Sünde kaputt gegangen ist. Gott hat viele Jahrhunderte nach dem Propheten Jeremia Seinen Sohn Jesus Christus als Mensch zu unserer Erlösung in unsere Welt gesendet. Dieser ist – als die Zeit erfüllt war – für unsere Sünde in den Tod gegangen. Gott hat es Ostern werden lassen; ER hat Jesus Christus zu neuem Leben erweckt. Aus dem kalten Grab ist neues Leben herausgekommen, an dem fortan all diejenigen Anteil haben, die durch Glauben und Taufe zu dem Auferstandenen gehören. In Ihm und durch Jesus Christus haben sie ein neues Leben – bereits jetzt in dieser Zeit und Welt und in der zukünftigen neuen Schöpfung!
Lassen wir den Mandelzweig – wie überhaupt die im Frühjahr aufblühende Natur – uns zum Zeichen und Hinweis auf die Verheißung Gottes werden, dass ER zu Seinem Wort steht. Sein Wort erfüllt sich nicht immer so, wie wir es unbedingt erwarten. Es erfüllt sich nach Seiner Zeit. Der Mandelzweig aber kann uns erinnern, dass Gott über sein Wort wacht, es in jedem Fall zu erfüllen.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine zuversichtliche, hoffnungsvolle Frühlings- und Osterzeit!
Ihr und euer
Pastor Michael Ahlers
