Ev.-Luth. Christuskirchengemeinde, Wiesbaden

Liebe Glieder der Christuskirchengemeinde Wiesbaden!

Das Bild wurde im letzten Sommer aufgenommen und zeigt die Blumen vor unserer wunderschönen Kirche in voller Blüte.


Neben der Freude, die solch eine Blumenpracht uns bereitet, haben Blumen für Christen eine nochmal ganz besondere Bedeutung. Abgesehen davon, dass sie uns an Gott, den Schöpfer, erinnern, der uns eine herrliche und vielfältige Schöpfung zur Bebauung und Bewahrung gegeben hat, erinnern uns Blumen an ein Wort Jesu. Jesus spricht bei Matthäus 6: „Schaut die Lilien auf dem Feld an, wie sie wachsen: sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch, dass auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht gekleidet gewesen ist wie eine von ihnen. Wenn nun Gott das Gras auf dem Feld so kleidet, das doch heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird: sollte er das nicht viel mehr für euch tun, ihr Kleingläubigen?“

Wir Menschen machen uns immer wieder viele Sorgen. Weltwirtschaft und internationale Politik, Einwanderung, Konjunktur, Rente: Das ist eine Liste der Dinge, um die sich die Deutschen zurzeit laut Umfragen vor allem Sorgen machen. Dabei sind Sorgen keine Bagatelle; sie können krank machen. Sie führen zu Kopfschmerzen, Bluthochdruck, Herzproblemen, Diabetes, Depressionen oder Angststörungen.

Zwar sind auf dem Titelfoto keine Lilien zu sehen, aber genügend andere Blumen, die ähnlich vergänglich und kurzlebig sind. Und die uns genauso erinnern können an das, was uns Jesus sagt. Dass wir nicht zwei Herren dienen können. Dass die Sorge um das, was unser tägliches Leben ausmacht (Essen, Trinken, Haus und Hof, Finanzen, Beruf und Arbeit, Familie, soziale Gerechtigkeit, ein guter Ruf vor den Menschen, usw.) zu einem Abgott für uns Menschen werden kann. Dass wir uns aber auch überhaupt nicht unnötig Sorgen zu machen brauchen. Denn wir haben als Kinder Gottes doch eigentlich nichts zu fürchten, da wir einen gütigen und gnädigen Vater im Himmel haben – der die Blumen so herrlich kleidet; wie sollte er sich nicht umso mehr kümmern um seine geliebten Kinder? Für die er bereit war seinen eingeborenen Sohn in den Tod ans Kreuz gehen zu lassen, damit wir in ihm alle Dinge haben können.

Die Lilien auf dem Feld – oder die Blumen vor der Kirche – können uns immer wieder zur Umkehr rufen. Zur Abkehr von unserem sich Sorgen machen. Zur Umkehr zu Gott, der es mit uns unendlich gut meint.

So gesehen ist das Titelbild wirklich sehr passend. Denn im Hintergrund – hinter der Blumenpracht – steht die Tür zur Kirche offen. In ihr sind wir Sonntag für Sonntag eingeladen, uns den vor Augen führen zu lassen, der die Macht hat über Leben, Krankheit und Tod; über die Sünde und den Teufel; über alles, was uns Angst und Sorgen macht. Ja, in der Kirche spricht Jesus Christus mal um mal zu uns: Sorgt euch nicht. Habt keine Angst. Durch mich seid ihr versöhnt mit Gott, dem Vater. Er sorgt für euch.

Ihr
Pfarrer Michael Ahlers