Ev.-Luth. Christuskirchengemeinde, Wiesbaden

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Liebe Glieder der Christuskirchengemeinde Wiesbaden!

Zurzeit beschäftigt und bewegt Menschen in Deutschland und weltweit das Thema Coronavirus COVID-19. Die Ausbreitung dieses neuartigen Virus ist bisher nur schwer einzuschätzen, täglich gibt es dazu neue Schlagzeilen in den Nachrichten. Und auch alle kleinen und großen Entwicklungen und Konsequenzen der Ausbreitung dieser Krankheit sind schwer vorhersehbar. Während ich diese Zeilen schreibe, ist für mich nicht einschätzbar, wie die Lage um das Virus sich verschärfen oder entspannen wird.

Gerade Christen haben allerdings angesichts auch einer Epidemie (oder gar Pandemie), deren ganze Auswirkung potentiell gravierend ist, keinen Grund zur Panik. Sondern können ganz nüchtern auf die Krankheit blicken, da wir um Jesus Christus wissen, der unsere Krankheit trägt. Und zugleich –ebenfalls um Jesus Christus willen– können wir hoffnungsvoll in die Zukunft blicken, auch wenn diese Zukunft höchst ungewiss erscheint.

Einmal können wir nüchtern auf einen Virus blicken und feststellen, dass wir Virenerkrankungen wie auch andere Krankheiten in dieser Welt immer erwarten müssen; wir ihnen nicht entkommen können. Ja, sie gehören zu der gefallenen Schöpfung ganz einfach dazu. Krankheit und Armut, Leid und Leiden gehören zum Alltag der Menschheit dazu, seit sich diese von Gott losgesagt hat. Das heißt nicht, dass wir ganz abgeklärt und ohne Emotionen Krankheit und Leid ertragen müssten, oder nicht einfühlsam mit Betroffenen mitleiden könnten. Und doch erwarten Christen Katastrophen und Unglück, weil wir um die Sünde wissen, und um den Widersacher, der das gute Leben, das Gott gibt, zu vereiteln sucht.

Aber wir wissen auch um den, der von Gott gekommen ist in unsere Welt, um uns Heil und Leben zu bringen. Durch die Vergebung unserer Sünden, die Jesus Christus für uns gewonnen hat, haben wir Frieden mit Gott und dürfen wir auf die Auferstehung der Toten zum ewigen Leben am jüngsten Tag hoffen. Spätestens an diesem jüngsten Tag ist unsere Krankheit, unsere Not, sind alle Unsicherheiten und Leiden, alle politischen Unruhen zu Ende. Und in der Zwischenzeit ist ER mitten unter uns in unserem Alltag durch Freude und Leid hindurch, der auferstandene und erhöhte Gottessohn Jesus Christus.

Auf dem Titelbild ist schemenhaft ein Kreuz abgebildet. Dabei dominiert die Farbe Rot; Jesus Christus lässt sein Leben für die Vielen durch das Vergießen seines Blutes. Dieses Bild mag uns daran erinnern, dass Jesus Christus den Weg ans Kreuz gegangen ist, uns frei zu machen von der Knechtschaft auch der Krankheit. Jesaja schreibt von Jesus: „Fürwahr, er trug unsere Krankheit und lud auf sich unsre Schmerzen. Wir aber hielten ihn für den, der geplagt und von Gott geschlagen und gemartert wäre. Aber er ist um unsrer Missetat willen verwundet und um unsrer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt.“ (Jesaja 53, 4-5).

Hinter dem Kreuz leuchtet hell das offene, leere Grab. Es zeugt von dem Sieg Jesu über Sünde, Tod und Teufel am Ostertag. Ein Sieg, an dem alle, die durch Taufe und Glauben zu Christus gehören, Anteil haben. Diesen Sieg kann uns auch die schlimmste Pandemie nicht wieder nehmen. Denn durch die Wunden Jesu sind wir an Leib und Seele geheilt.

Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Restpassionszeit sowie ein frohes Fest der Auferstehung unseres Herrn!

Ihr

Pfarrer Michael Ahlers