Ev.-Luth. Christuskirchengemeinde, Wiesbaden

Jesus Christus spricht: Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun.
(Johannes 15, 5)


Liebe Glieder der Christuskirchengemeinde Wiesbaden,

im September feiern wir die Konfirmation einiger unserer jungen Gemeindeglieder. In Vorbereitung auf diesen Tag haben unsere Konfirmanden eigene Kerzen gestaltet, die ihnen als Erinnerung an den Tag ihrer Konfirmation dienen sollen.

„Konfirmation“ ist ein Fremdwort. Es kommt aus der lateinischen Sprache und heißt: „befestigen“ oder „festmachen“. Dazu passt sehr schön das Bild eines Schiffes im Hafen. Stellen Sie sich einmal ein großes oder auch kleines Schiff in irgendeinem Hafen vor. Solch ein Schiff ist für die Zeit des Aufenthalts im Hafen an einem Poller festgemacht, einem kurzen, dicken Haltepfahl. Das Festmachen an diesem Poller verhindert, dass das Schiff steuerlos abdriftet, wenn die Mannschaft von Bord ist; dass es also nicht etwa durch die Wasserströmungen oder den Wind auf das offene Meer getrieben wird und untergeht.

Schiffe brauchen im Hafen etwas außerhalb ihrer selbst, das sie hält, damit sie nicht abdriften. Und so ähnlich können wir uns das vorstellen, ist es auch mit uns in unserem Leben auf geistlicher Ebene. Wir brauchen einen festen Halt außerhalb unserer selbst. Diesen Halt können wir selbst uns nicht geben, denn wir können uns nicht an uns selbst festhalten (ebenso wenig, wie wir uns an den eigenen Haaren aus einem Sumpf ziehen können). Vielmehr – wie ein Schiff im Hafen – brauchen wir einen stabilen Außenhalt, damit wir angesichts vieler Strömungen und gelegentlicher Windböen nicht abtreiben und verlorengehen.

Unser Poller ist Jesus Christus. An ihm sind wir festgemacht worden am Tag unserer Taufe. Ja, an diesem Tag hat Gott selber uns mit einem dicken Seil fest mit seinem Sohn Jesus Christus verbunden. Dieser Jesus Christus ist unser fester Halt im Leben, gerade auch wenn schweres Wetter aufzieht, Strömungen oder Turbulenzen kommen. Ja, wenn dunkle Wolken unseren Alltag überschatten, wenn Zeiten der Krise in unser Leben einbrechen, wenn Strömungen uns in alle möglichen Richtungen ziehen wollen – dann hält Jesus Christus uns fest. Selbst wenn der Tod nach uns greift, lässt Jesus uns nicht los, sondern dürfen wir uns gehalten wissen.

Dieses alles heißt für uns: Sind wir mit Jesus verbunden, können wir fröhlich und gelassen leben und brauchen wir keine Angst zu haben, auch wenn wir unterschiedliche Strömungen um uns herum wahrnehmen oder Stürme aufziehen. Auf den Poller Jesus Christus ist absoluter Verlass. Er steht fest und wackelt nicht. Bei ihm haben wir festen Halt.

Grundlegend sind wir seit unserer Taufe mit Jesus verbunden. Die Konfirmation ist dann ein erneutes „festmachen“ in ihm, oder besser: ein erneutes „festgemacht werden“ in Christus. Da werden kraft des Heiligen Geistes die Taue nochmal neu festgezogen.

Festgemacht werden übrigens nicht nur die Konfirmanden am Tag ihrer Konfirmation. Jedes Mal, wenn wir Jesu Wort hören und der Einladung zu seinem Abendmahl folgen werden wir kraft des Heiligen Geistes neu mit ihm, dem starken Poller, verbunden und so gestärkt und erhalten zum ewigen Leben.

Werfen wir das Seil, das uns mit Jesus verbindet nur nicht vom Schiff unseres Lebens. Machen wir uns nur nicht los vom Poller Jesus Christus. Sondern lassen wir uns immer wieder konfirmieren von unserem Herrn und Heiland. Jeder Sonntag bietet dazu Gelegenheit.

Ihr
Pfarrer Michael Ahlers